FSP22B: Abschluss Ahoi!
Logbucheintrag
Was passiert, wenn Landratten plötzlich zu Seebären werden? Wenn „Leinen los!“ nicht nur ein Befehl, sondern auch der Beginn einer Reise ist?! Die FSP22B hat es gewagt, den sicheren Hafen zu verlassen und sich in unbekannte Gewässer zu begeben und hier kommt unsere Reise:
Dreiundzwanzig wissensdurstige Entdecker und Entdeckerinnen, die Seesäcke gepackt mit Blöcken und Stiften, Laptops und Tablets, Motivation und Hoffnung treffen sich am Hafen. Aufregung im Angesicht der bevorstehenden Reise. Die Gangway wird heruntergelassen. Die Türen geöffnet. Alle strömen auf das Schiff und versuchen sich einen guten Platz zu sichern, um nichts zu verpassen. Captain Kathrin tritt an Deck und ruft: „Leinen los und Segel setzen!“ – Doch was in Neptuns Namen hat das zu bedeuten? Und wie steuert man eigentlich ein Schiff? Unsicher versuchen wir den Anweisungen Folge zu leisten und lenken unser Schiff hinaus auf den weiten Ozean, unwissend, was uns auf dieser Reise erwarten wird.
Noch ist die See ruhig, die Sonne scheint, beste Voraussetzungen für ein paar teambildende Maßnahmen, damit aus lauter einzelnen Entdeckenden eine Crew wird. Gendersensibel, wie wir sind, wäre „Mannschaft“ schließlich nicht angemessen. Also los geht’s! Bälle zuwerfen, Namen merken, einander kennenlernen.
So erfahren wir nach und nach mehr über uns und darüber welche Interessen, Kompetenzen, Gefühle wir in unserem Seesack und unseren Herzen bei uns tragen.
Stets begleitet auf unserer Reise werden wir von den Haien, namens „Angst“ und „Sorge“, die unser Schiff umkreisen, mal näher, mal ferner, und unseren Mentorinnen und Mentoren, die im Heißluftballon über uns schweben und immer ein Auge auf uns haben. Dennoch sind mit der Zeit leider einige Crew-Mitglieder über Bord gegangen und zurück zum Hafen geschwommen. Apropos Hafen: Davon haben wir den einen oder anderen angefahren, dort angelegt und sind an Land gegangen - auf Exkursion. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Inseln der Gedenkstätte Bergen-Belsen, des Remenhofs und der Stiftung Neuerkerode, wo wir viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnten. Auch in den Ferien haben wir im Hafen angelegt, um neue Kraft zu tanken und unsere Vorräte aufzufüllen. Und währenddessen wurde auch unser Schiff modernisiert und mit Smartboards ausgestattet, um künftigen Herausforderungen noch besser trotzen zu können.
Zum Glück bringt das Kombüsen-Team reichlich Fachwissen mit, um die hungrige Meute für die kommenden drei Jahre zu versorgen, von Theorie-Eintöpfen bis hin zu Praxis-Häppchen. Die Gerichte wurden stets mit viel Leidenschaft gekocht und einer guten Prise Wertschätzung serviert.
Besagte Mahlzeiten sollte die Crew der FSP22B sich jedoch zunächst schweißtreibend erarbeiten: Zahlreiche Gruppenarbeiten, Leistungsnachweise und Unterrichtsstunden mussten geplant, geschrieben und gehalten werden. Das Menü war zwar im Vorfeld festgelegt, aber manchmal war der Bildungshunger noch nicht gestillt, sodass noch einige Gänge, in Form von OLAs, gereicht wurden. Besonders gemundet haben die Themen Jugendhilfe und Sexualpädagogik.
Während die Wellen des Projektes unser Schiff ins Schwanken bringen oder Facharbeit und Examen uns Regen, Blitz, Donner bringen, weist uns ein Leuchtturm vom Ufer aus den Weg. Dennoch war es wichtig, von Zeit zu Zeit den Kompass rauszuholen und per Reflexion zu überprüfen, ob wir in all den Stürmen nicht vom Kurs abgekommen sind. Nun, nach fast drei Jahren haben wir unseren Hunger und Durst fürs Erste gestillt und blicken dem nahen Ziel am rettenden Strand entgegen: „Land in Sicht!“ Der langersehnte Abschluss! In dem Sinne: Stellt den Sekt kalt und zündet die Teebeutel-Rakete! Auf uns!
Mandy Wilkendorf & Laura Matschulla


